Glossar

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A

Abnahmestelle

Die Abnahmestelle beschreibt die Schnittstelle, an dem das Netz des örtlichen Netzbetreibers endet und die Energieabgabe an den Endkunden erfolgt. 



Ampere

Ampere [A] kennzeichnet die Maßeinheit für die elektrische Stromstärke.



ARA (Amsterdam, Rotterdam, Antwerpen)

Die Abkürzung ARA bezeichnet ein Handelsplatz für Kohle.



Arbeit

Die elektrische Arbeit (s. auch Wirkarbeit) wird in Kilowattstunden [kWh] angegeben.



Arbeitspreis

Die elektrische Arbeit (s. auch Wirkarbeit) wird in Kilowattstunden [kWh] angegeben. Der Arbeitspreis [ct/kWh] gibt an, wie viel Cent jede verbrauchte Kilowattstunde kostet.



B

Benutzungsdauer

Die Benutzungsdauer ist das Ergebnis einer Division von Gesamtverbrauch [kWh] und der maximalen Leistung [kW] in einer Periode (s. Beispielrechnung). Für einen optimalen Energiedurchschnittspreis ist die Höhe der Benutzungsdauer maßgebend. Je mehr sich das Ergebnis dem Idealwert von 8.760 h (365 Tage * 24 Stunden) im Jahr nähert, desto günstiger entwickelt sich die preisliche Komponente. Ein Kunde mit beispielsweise 1.600 Benutzungsstunden kann somit einen schlechteren Preis erhalten.
Beispielrechnung:
Jahreshöchstleistung: 80 kW?Hochtarif-Verbrauch: 300.000 kWh
Niedertarif-Verbrauch: 120.000 kWh
Gesamtverbrauch: 420.000 kWh
Benutzungsdauer = (420.000 kWh / 80 kW) = 5.250 h



Bezugsbedingungen

Der Begriff Bezugsbedingungen charakterisiert die Vertragsbestandteile in den Energielieferverträgen und dem zugehörigen Preisblatt.



Blindleistung

Die Blindleistung stellt einen zusätzlichen Energiefluss dar, welcher nichts zur tatsächlichen Leistung beiträgt. Besonders in Wechsel- und Drehstrom betriebenen Netzen entsteht dieser negative Effekt. Dabei "pendelt" zusätzliche Energie in einer bestimmten Zeiteinheit zwischen Erzeuger (Kraftwerk) und elektrischen Verbrauchern (elektrische Maschinen).



Brennwert

Der Brennwert bei Erdgas wird in Kilowattstunden [kWh] pro Kubikmeter angegeben. Für H-Gas beträgt der durchschnittliche Brennwert 11,5 kWh/m³ und für L-Gas 9,8 kWh/m³.



Bundesnetzagentur

Die Bundesnetzagentur (BNetzA) mit Sitz in Bonn hat zum 13. Juli 2005 ihre Arbeit aufgenommen und ist aus der Regulierungsbehörde für Post und Telekommunikation hervorgegangen. Sie hat die Aufgabe, durch Liberalisierung und Deregulierung für die weitere Entwicklung auf dem Elektrizitäts-, Gas, Telekommunikations-, Post- und seit dem 1. Januar 2006 auch auf dem Eisenbahninfrastrukturmarkt zu sorgen. Zur Durchsetzung der Regulierungsziele ist sie mit wirksamen Verfahren und Instrumenten ausgestattet worden, die auch Informations- und Untersuchungsrechte sowie abgestufte Sanktionsmöglichkeiten einschließen. 



C

CAL

Die Abkürzung CAL (calendar year) steht für die Abgrenzung der Lieferzeiträume für ein Handelsprodukt (Bsp. Phelix Peak Year Futures oder Phelix Base Year Futures). Hierbei umfasst z.B. der CAL-11 den Lieferzeitraum für das Kalenderjahr 2011.



CER (Certified Emission Reductions)

Die Emissionsreduktionszertifikate (CER) können an der EEX gehandelt und gekauft werden. Dabei entspricht ein CER einer vermiedenen Tonne CO2.



CONT

CONT ist die Abkürzung für ein fortlaufendes Terminprodukt.



D

Diskriminierungsverbot

Das in § 20 EnWG normierte sog. Diskriminierungsverbot verbietet es den Betreibern von natürlichen Monopolen, wie z.B. dem Netzbetrieb, diese Vorteile zur Benachteiligung der anderen Wettbewerber einzusetzen. Das heißt, es darf einem Energieversorger nicht grundlos verboten werden, sich in das Energieversorgungsnetz mit einzuklinken. Jeder Versorger, egal wie groß, kann sich in das Netz mit einschalten, um auch andere Abnahmestellen mit Strom oder Gas versorgen zu können.



Dreiphasenwechselstrom

Der Dreiphasenwechselstrom (auch: Drehstrom oder Starkstrom) bezeichnet den durch drei Spulen erzeugten Strom mit einer phasenversetzten Wechselspannung von 400 Volt.



Durchleitung

Als Durchleitung wird die Energieeinspeisung ins Netz sowie die gleichzeitige Entnahme durch den Endverbraucher bezeichnet. Für eine Durchleitung infolge eines Anbieterwechsels werden ggf. Netznutzungsgebühren erhoben.



E

EEX- Deutsche Strombörse

Die European Energy Exchange (EEX) ist eine öffentlich-rechtliche Börse mit Sitz in Leipzig. Seit 2002 werden hier u.a. Strom, Gas und CO2-Zertifikate gehandelt. Im Zuge der Liberalisierung ist der Stromhandel heutzutage ein elementarer Bestandteil für den Erhalt des Wettbewerbs. Der Spotmarkt sowie der Terminmarkt kennzeichnen den Aktionsmarkt an der EEX. Parallel neben dem reinen Börsengeschäft existiert ein außerbörslicher Handel, der sog. Over-The-Counter-Markt (OTC-Markt).



Energie-Broker

Ein Aufgabengebiet des Energiebrokers stellt die Bündelung der Energienachfrage dar. Neben diesem Tätigkeitsfeld finden auch regelmäßige Verhandlungen über neue Preise und Vertragskonditionen statt.



Energieversorgungsunternehmen

Als Energieversorgungsunternehmen (EVU) werden alle Unternehmen bezeichnet, die weitere Energieversorgungsunternehmen oder auch Endverbraucher mit Energie versorgen.



Energiewirtschaftsgesetz

Am 24.04.1998 hat der Deutsche Bundestag das Gesetz zur Neuregelung des Energiewirtschaftsrechts(EnWG) verabschiedet und damit die 1. Elektrizitätsrichtlinie der EU umgesetzt. Mit der zweiten Novelle des EnWG vom 07.07.2005 kam es zu folgenden Änderungen:
Das neue Energiewirtschaftsgesetz verpflichtet alle Netzbetreiber, ihre Netze (natürliche Monopole) diskriminierungsfrei allen Kunden gegen ein angemessenes Entgelt zur Verfügung zu stellen.
Das System des regulierten Netzzugangs tritt an die Stelle des bisher geltenden Prinzips des verhandelten Netzzugangs (auf Basis der Verbändevereinbarungen).
Der Netzbetreiber darf dem Kunden nur genehmigte Netzentgelte in Rechnung stellen.
Die Bundesnetzagentur überwacht die Netzbetreiber (s. Bundesnetzagentur).
Größere Energieversorger (mit mehr als 100.000 angeschlossenen Kunden) müssen ihren Netzbereich von allen anderen wirtschaftlichen Aktivitäten innerhalb des Unternehmens trennen (Unbundling). Das Gleiche gilt für Energieversorger, die im Sinne der EG-Fusionskontrollverordnung verbunden sind. Damit werden Kunden jetzt unterschiedliche Ansprechpartner für Lieferverträge bzw. für Netznutzungs- / Netzanschlussverträge im selben Versorgungsunternehmen haben
Völlig neu ist der Zugang zu Gasversorgungsnetzen geregelt. Jetzt ist nur noch ein Einspeisevertrag bzw. ein Ausspeisevertrag mit den beiden Netzbetreibern notwendig. Damit wird der Zugang zum gesamten deutschen Gasnetz ermöglicht.
Zuletzt ist am 09.09.2008 die Novellierung durch das „Gesetz zur Öffnung des Messwesens bei Strom und Gas für Wettbewerb“ in Kraft getreten.



Erdgas

Erdgas ist ein fossiler gasförmiger Brennstoff. Der Hauptbestandteil von Erdgas ist Methan. Infolge des geringen Kohlenstoffanteils, erzielt Erdgas die niedrigsten CO2-Emissionen von allen fossilen Energieträgern.



Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG)

Das „Gesetz über den Vorrang Erneuerbarer Energien“ (EEG) ist am 01.04.2000 in Kraft getreten. Es dient der Umsetzung der EU- Richtlinie zur Förderung der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energiequellen und regelt die Aufnahme und Vergütung von regenerativ erzeugtem Strom aus Wasserkraft, Windkraft, Biomasse, Deponiegas, Klärgas, Grubengas und Photovoltaik durch den örtlichen Netzbetreiber. Das EEG verpflichtet die Netzbetreiber zu einem Belastungsausgleich der eingespeisten Strommengen und der Vergütungen untereinander. Im Ergebnis liefern die Übertragungsnetzbetreiber allen Elektrizitätsversorgungsunternehmen, die Letztverbraucher versorgen, eine prozentual gleiche Strommenge aus regenerativen Erzeugungsanlagen zu einem bundesweit einheitlichen Preis. Die EEG-Umlage für das Jahr 2011 wurde am 15.10.2010 neu festgesetzt und beträgt 3,530 ct/kWh.



Ersatzversorgung

Eine Ersatzversorgung liegt dann vor, wenn der Kunde über keinen gültigen Energieliefervertrag verfügt oder der bestehende Energielieferant ausfällt. In diesem Fall ist der örtliche Grundversorger nach § 38 EnWG verpflichtet, die Kunden mit Energie zu allgemeinen Bedingungen und Preisen beliefern. Die Ersatzversorgung ist gleichzusetzen mit dem Begriff der Grundversorgung. Während für Industriekunden die Ersatzversorgung gilt, fallen Haushalts- und Gewerbekunden unter den Begriff der Grundversorgung.



F

Frequenz

Die Frequenz definiert die Anzahl der Schwingungen pro Sekunde. Der bei der Energieversorgung erzeugte Wechselstrom schwingt 50mal in der Sekunde, d.h. seine Frequenz beträgt demzufolge 50 Hertz.



Future

Ein Future ist ein bindender Börsenvertrag, um eine bestimmte Menge zu einem festgelegten Preis in einem bevorstehenden Lieferzeitraum zu kaufen bzw. zu liefern.



G

Gasbeschaffenheit

In Deutschland wird nach zwei Gasqualitäten unterschieden. Je nach Liefer- und Förderquelle unterteilen sich die Gase in L-Gas (low gas) und H-Gas (high gas). Das H-Gas weist gegenüber dem L-Gas einen höheren Methangehalt auf.



Gasliefervertrag

Der Gaslieferungsvertrag regelt das Vertragsverhältnis zwischen Kunde und Gaslieferant.



Gasmarkt 

Der deutsche Gasmarkt setzt sich aus ca. 700 Gasversorgungsunternehmen zusammen. Hierbei folgt eine Unterteilung in drei Marktstufen. Die erste Marktstufe bildet die Ferngasebene mit Fördergesellschaften und Importeuren. Danach gliedert sich die Weiterverteilebene mit ihren regionalen Gasversorgern. Die letzte Marktstufe umfasst die Endverteiler oder  lokale Weiterverteiler wie beispielsweise Stadtwerke.



Grundlast

Die Grundlast bezeichnet einen gleich bleibenden Strombedarf - unabhängig von allen Lastschwankungen. Zur Abdeckung des Grundlastbedarfs dienen Kraftwerke, die rund um die Uhr Strom erzeugen. In Deutschland decken den Grundlastbedarf u. a. Kernkraftwerke und Braunkohlekraftwerke. Neben den genannten Kraftwerkstypen gliedern sich noch weitere für die Spitzenlastdeckung.



Grundversorgung

Die Grundversorgung (§ 36 EnWG) gilt für Haushalts- und Gewerbekunden. Hierbei ist der örtliche
Grundversorger gesetzlich verpflichtet, seine Kunden zu allgemeinen Bedingungen und Preisen zu
beliefern. Der örtliche Grundversorger ist auch für die Ersatzversorgung bei Industriekunden zuständig.



J

Jahresleistungspreis

Der maximale Leistungswert während eines Jahres dient als Bemessungsgrundlage für den Jahresleistungspreis.



K

Kilowatt

Kilowatt [kW] ist die Einheit für die Leistungsmessung, ein Kilowatt entspricht 1.000 Watt.



Kilowattstunde

Die Kilowattstunde [kWh] gibt den Verbrauch an elektrischer Arbeit in einer bestimmten Zeiteinheit an. Beispielsweise liegt der Verbrauch einer Glühbirne von 100 Watt und einer zehnstündigen Betriebsdauer bei 1 kWh.
1 kWh = 1 Kilowattstunde = 1.000 Wh
1 MWh = 1 Megawattstunde = 1.000 kWh
1 GWh = 1 Gigawattstunde = 1.000 MWh
1 TWh = 1 Terawattstunde = 1.000 GWh



Konzessionsabgabe

Konzessionsabgaben sind Entgelte, die Energieversorgungsunternehmen für die Einräumung des Rechts zur Benutzung öffentlicher Verkehrswege und für die Verlegung und den Betrieb von Leitungen, die der unmittelbaren Versorgung von Letztverbrauchern im Gemeindegebiet mit Strom und Gas dienen, an die Gemeinden abgeben müssen. Je nach Größe der Gemeinde variiert die Konzessionsabgabe im Strombereich für kleine Betriebe zwischen 1,33 und 2,4 ct/kWh zzgl. USt. Betriebe ab 30.000 kWh Jahresverbrauch (jeweils pro Abnahmestelle) zahlen eine geringere Konzessionsabgabe von ca. 0,11 ct/kWh. Die Konzessionsabgaben für Gas betragen für Sondervertragskunden 0,03 ct/kWh. Bei einem Jahresverbrauch von über 5 GWh  werden für Gaskunden keine Konzessionsabgaben fällig.



Kraft-Wärme-Kopplung (KWK)

Die Kraft-Wärme-Kopplung dient der Optimierung der Energie-Effizienz bei der Stromerzeugung. Hierbei wird neben elektrischer Energie auch thermische Energie in Form von Abwärme erzeugt. Anwendungsmöglichkeiten der Kraft-Wärme-Kopplung sind u.a. Fernwärmenetze als auch Blockheizkraftwerke.



L

Lastgang

Der Lastgang bezeichnet in der Energieversorgung den zeitlichen Verlauf der abgenommenen Leistung über eine zeitliche Periode (in der Regel 12 zusammenhängende Monate). Zur Ermittlung des Lastprofils wird mit einem Zähler über einen Tag der mittlere Leistungswert einer jeden Viertelstunde (Strom) oder stündlich (Gas) erfasst und gespeichert.



Leistung

Die Leistung Watt ist eine physikalische Größe, die ein Maß für die bereitgestellte Energie oder der geleisteten Arbeit pro Zeiteinheit darstellt.  



Leistungsmessung

Die Messung der in Anspruch genommenen Leistung für einen bestimmten Zeitraum wird Leistungsmessung genannt. Im Strombereich erfolgt die Leistungsmessung jede Viertelstunde, bei Gaskunden stündlich. Hierbei ist für die Abrechnung eines Abrechnungsjahres der höchste Verbrauch ausschlaggebend.



Leistungspreis

Der Leistungspreis bezeichnet diejenigen Kosten, die für die Bereitstellung der Leistung anfallen. Diese Kosten resultieren u.a. aus der Aufrechterhaltung der Elektrizitätswerke durch den Versorger. Die dafür erhobenen Entgelte, können entweder durch einen Jahresleistungspreis oder durch einen Monatsleistungspreis an den Versorger entrichtet werden.



Liberalisierung

Ein Abbau der staatlichen Monopole auf dem Strom- und Gasmarkt erfolgte auf Basis des 1998 verabschiedeten Energiewirtschaftsgesetzes. Infolge der Liberalisierung können Kunden fortan Ihren Strom- und Gaslieferanten frei wählen.



M

Mandat

Das Mandat berechtigt die Württembergische Energie zur Einholung der Lastgangdaten beim Bestandsversorger und auch für das Einholen der Angebote beim aktuellen Bestandsversorger wie auch bei Dritten.



Marktgebiet

Ein Marktgebiet ist eine Zusammenfassung von Gasnetzen verschiedener Netzbetreiber. Aktuell existieren in Deutschland sechs Marktgebiete, davon jeweils drei für H-Gas und drei für L-Gas. Große Marktgebiete erleichtern den Gastransport und führen zu einem erhöhten Wettbewerb. Das nächste Ziel ist eine Reduzierung auf zwei Marktgebiete (1 H-Gas und 1 L-Gas).



Megawatt

Megawatt [MW] ist die Maßeinheit für die Leistung, d.h. ein Megawatt entspricht dem Millionenfache der Leistungseinheit Watt (1 MW = 10.000.000 W).



Monatsleistungspreis

Die Höhe des Monatsleistungspreises ist abhängig von der erzielten Höchstleistung in einem Monat. Für Kunden mit zeitlich begrenzter und hoher Leistungsaufnahme kann diese Preisvereinbarung gegenüber der Jahrespreisleistungsvereinbarung von Vorteil sein.



N

Netzanschluss

Der Netzanschluss verbindet Kundenanlagen mit dem Versorgungsnetz.



Netzanschlussvertrag

Der Netzanschlussvertrag bezeichnet das Vertragsverhältnis zwischen dem Anschlussnehmer (Eigentümer eines Hauses bzw. Grundstücks) und dem örtlichen Netzbetreiber. Im Netzanschlussvertrag werden u.a. Details zu Anschlussstelle, Eigentumsgrenze, Spannungsebene, Grundstücksgrenze und Netzanschlusskapazität festgelegt.



Netzbetreiber

Netzbetreiber besitzen eigene Verteilernetze und sind für deren Bau, Instandhaltung und Betrieb zuständig. Im Zuge der Liberalisierung müssen Netzbetreiber Ihre Netze gegenüber Dritten diskriminierungsfrei zur Verfügung stellen, hierfür werden entsprechende Netznutzungsentgelte erhoben.



Netznutzungsentgelte

Mit dem Netznutzungsentgelt werden diejenigen Unkosten abgedeckt, die für die Inanspruchnahme des Netzes zur Strom- und Gasversorgung entfallen (z.B. Kosten für Erneuerung, Wartung, Instandhaltung, Bau und Betrieb der Netze).



Netznutzungsvertrag

Der Netznutzungsvertrag regelt das Vertragsverhältnis zwischen dem Netznutzer und dem Netzbetreiber. Der Netznutzer stellt dabei den Kunden (z.B. Energielieferant) dar, der eine Durchleitung durch die Netze des Netzbetreibers beabsichtigt. Die hierfür anfallenden Netznutzungsentgelte sind Teil des Netznutzungsvertrages, der alle Fragen rund um das Thema Netznutzung abdeckt.



O

Ölpreisbindung

Die Ölpreisbindung von Erdgas ist seit den 60er Jahren eine in Deutschland und in anderen EU-Ländern gültige Branchenvereinbarung. Diese Vereinbarung wurde aus Wettbewerbsgründen getroffen, um eine zu starke Preisschwankung zwischen den beiden Energieträgern Gas und Heizöl zu vermeiden.



OTC-Markt

Der OTC-Markt (over the counter) umfasst alle Handelsgeschäfte die außerbörslich, direkt unter den Marktteilnehmern, gehandelt werden. Diese Handelsform wird auch als bilateraler Handel bezeichnet - Käufer und Verkäufer sind sich bekannt.



P

Phelix

Die Bezeichnung Phelix steht für „Physical Electricity Index“ und stellt den Strompreisindex an der EEX-Strombörse dar. Man unterscheidet den Phelix Base und Phelix Peak. Der Phelix Base umfasst dabei den Durchschnittspreis der Lieferzeiten von 00:00 bis 24:00 Uhr und wird für alle 365 Tage des Jahres ermittelt. Der stundengewichtete Durchschnittspreis des Phelix Peak ermittelt sich für die Stunden 08:00 bis 20:00 Uhr für alle Werktage eines Kalenderjahres.



Phelix Base

Der Baseload (Bsp. CAL 11 Base) kennzeichnet eine Stromlieferung für einen bestimmten Lieferzeitraum (Bsp. 2011) über 24 h täglich.



Phelix Peak

Der Peakload (Bsp. CAL 11 Peak) umfasst den Spitzenlastbedarf einer Lieferperiode (Bsp. 2011) mit einer konstanten Stromlieferung über 12 h, Werktags von 08:00 bis 20:00 Uhr.



Primäre Energieträger

Als Primäre Energieträger werden Rohstoffe bezeichnet, deren natürliche Ursprungsformen zur Energiegewinnung verwendet werden. Hierbei findet eine Unterteilung in fossile (Kohle, Erdgas), regenerative (Sonne, Wind, Wasser, Erdwärme und Biomasse) und nukleare Energieträger (Uran) statt.



R

RB (Richards Bay)

Die Abkürzung RB stellt ein Handelsplatz für Kohle dar.



Regenerative Energien

Die regenerativen Energien resultieren ausschließlich aus nachhaltigen Energiequellen. Als nachhaltige Quellen werden Energien aus Sonne, Wind, Wasser, Erdwärme und Biomasse bezeichnet. Im Gegenzug zu fossilen Energien, gelten erneuerbare Energieträger als CO2-neutral und unerschöpflich.



S

Sekundärenergie

Als Sekundärenergie werden Energieträger (z.B. elektrischer Strom) bezeichnet, die durch die Umwandlung von primären Energieträgern entstehen.



Sondervertragskunden

Der Begriff „Sondervertragskunden“ umfasst alle Kunden, die nach individueller Kalkulation und Versorgungsbedingungen versorgt werden. Dieses Vertragsmodell besteht generell für Kunden mit einem jährlichen Strombezug von 100.000 kWh und einem Leistungsbedarf von durchschnittlich 30 kW.  Als  Sondervertragskunden bei Gasversorgungsunternehmen  gelten  Kunden mit einem Jahresverbrauch von 1.500.000 kWh oder einem Leistungsbedarf von 500 kW. 



Spannung

Die elektrische Spannung [U] ist die Grundvoraussetzung für die Elektronenbewegung und den damit einhergehenden Stromfluss. Die Ladungsunterschiede zwischen den Polen werden dabei in der Maßeinheit Volt [V] gemessen. Unterschiedliche Spannungsebenen finden sich auch bei der Übertragung des Stromes von Kraftwerk an Endverbraucher wieder.



Spannungsebenen

Die Stromübertragung im deutschen Stromnetz untergliedert sich in vier Spannungsebenen. Ein Umspannwerk ermöglicht dabei die Transformation des Stromes von einer hohen Spannungsebene in die nächstfolgende. Als höchste Ebene gilt die Höchstspannungsebene mit einer Spannung von 220 und 380 Kilovolt. Nachkommend folgt das Hochspannungsnetz mit 110 Kilovolt. Die Mittelspannung ist die zweitniedrigste Spannungsebene von ein bis 50 Kilovolt. Schlussendlich reiht sich das Niederspannungsnetz mit einer Spannung von 400 Volt (Dreiphasenwechselstrom) oder 230 Volt an.



Spitzenlast

Als Spitzenlast wird eine temporäre hohe Leistungsaufnahme im Energienetz bezeichnet. Zur Deckung der Spitzenlast werden Kraftwerke eingesetzt, die binnen Minuten hohe Leistungen erzielen. Typische Kraftwerksarten sind u.a. Pumpspeicherkraftwerke und Gasturbinenkraftwerke.



Spotmarkt an der EEX

Der Spotmarkt bietet Teilnehmern die Möglichkeit, Kauf- und Verkaufsgebote für Energielieferungen am selben oder am Folgetag abzugeben. Die Kauf- und Verkaufsgebote beschränken sich dabei auf Einzelstunden und Blockangebote.



Stromlieferungsvertrag

Der Stromlieferungsvertrag regelt das Vertragsverhältnis zwischen Kunde und Stromlieferant, wesentlichen Inhalte sind hierbei u.a. die Preise und Konditionen für die Stromlieferung.



Strompreis

Der Strompreis [ct/kWh] setzt sich aus verschiedenen Komponenten zusammen. Der größte Kostenblock stellt dabei die Erzeugung und der Vertrieb dar. Je nach Kraftwerkstyp variieren hierbei die Kosten für den erzeugten Strom. Auch fallen Kosten wie Rechnungsstellung und Verwaltung unter diesen Kostenpunkt. An zweiter Stelle reihen sich die Netzkosten am Strompreis ein. Als dritter großer Kostenfaktor folgen Steuern und Abgaben wie z.B. Umlagen aus EEG und KWK, Konzessionsabgabe und Stromsteuer.



Stromsteuer

Die Stromsteuer, auch Ökosteuer genannt, zählt zu den bundesgesetzlich geregelten Verbrauchsteuern. Die Inhalte der Besteuerung des Stromverbrauches, werden im so genannten Stromsteuergesetz (StromStG) geregelt. Der aktuell gültige Stromsteuersatz beträgt 2,05 ct/kWh. Für produzierendes Gewerbe gilt ein reduzierter Stromsteuersatz von 1,23 ct/kWh.



T

Tarifzonen

Die Tarifzonen unterteilen sich in einen Hoch- und in einen Niedertarif. Der Niedertarif fällt meist in verbrauchsarmen Zeiten an und ist im Preis deutlich günstiger angesetzt als der Hochtarif. In der Regel gilt der Niedertarif montags und freitags zwischen 22 Uhr und sechs Uhr, sowie samstags zwischen 13 und 24 Uhr und an Sonn- und Feiertragen zwischen 24 und sechs Uhr. In der übrigen Zeit gelten die Preise des Hochtarifes. Die angegebenen Schaltzeiten gelten nicht allgemein und variieren je nach Stromlieferant.



Terminmarkt an der EEX

Der Terminmarkt umfasst Angebote ab dem laufenden Monat bis zu sechs Jahren im Voraus. Die Kauf- und Verkaufangebote für Energielieferungen begrenzen sich dabei auf Monats-, Quartals- oder Jahresfutures, d.h. Verträge über künftige Lieferungen.



U

Übertragungsnetz

Das Übertragungsnetz transportiert elektrische Energie über große Entfernungen mit einer Höchstspannung von 380 und 220 Kilovolt.



Umspannanlage

Eine Umspannanlage ist eine elektrische Anlage, welche die Transformation des Stromes von einer hohen Spannungsebene in die nächstfolgende ermöglicht.



Unbundling

Unbundling (Entflechtung) bezeichnet die Ausgliederung von Netzbetrieb, Erzeugung und Vertrieb in eigenständige Gesellschaften.



V

Verbrauch

Der Verbrauch kennzeichnet eine vom Kunden bezogene Energiemenge innerhalb einer bestimmten Zeiteinheit (Monat/Jahr) und wird in Kilowattstunden angegeben.



Verbundnetz

Als Verbundnetz wird der Zusammenschluss von mehreren Übertragungsnetzen bezeichnet. Dabei erfolgt sowohl ein deutschlandweiter als auch grenzüberschreitender Austausch größerer Strommengen.



Verrechnungspreis

Der Verrechnungspreis deckt diejenigen Kosten ab, die aufgrund von Einbau, Zählernutzung, Ablesung, Abrechnung, Inkasso und Wartung einer Zähl- und Messeinrichtung entstehen.



Versorgungssicherheit

Die Versorgungssicherheit kennzeichnet eine ausnahmslose Strom- und Gasversorgung an den Letztverbraucher. Eine störungsfreie Energieerzeugung sowie ein beständiger Ausbau und Unterhalt der Netze ist zwingende Bedingung für den Erhalt der Versorgungssicherheit. Des Weiteren ist die Versorgungssicherheit auch durch den Gesetzgeber auf Basis des Energiewirtschaftsgesetzes garantiert. Hierbei besteht für Industriekunden bei nicht vorhandenem Liefervertrag eine so benannte „Ersatzversorgung mit Energie“.



Vollstromversorgung

Bei der Vollstromversorgung erhält der Kunde einen Energiepreis inklusive der Netznutzungskosten. Hinzuzurechnen sind dabei die Komponenten Stromsteuer, Mehrwertsteuer, EEG- und KWK-Umlage.



W

Watt

Das Watt [W] ist die Einheit der Leistung.



Wirkarbeit

Die Wirkarbeit [kWh] bezeichnet die in einer bestimmten Zeiteinheit, abzüglich der Blindleistung, entnommene Leistung aus dem Netz.



Z

Zähler

Der Strom- und Gaszähler dient zur Erfassung des Energieverbrauches innerhalb eines bestimmten Zeitraumes. Hierzu unterscheiden sich je nach Anwendungsgebiet unterschiedliche Strommessgeräte und Gaszählergrößen. Soll neben der Messung des Energieverbrauches auch eine Leistungsmessung erfolgen, ist der Einbau eines Leistungszählers mit viertelstündlicher Auswertung (Strom) oder mit stündlicher Messung (Gas) Voraussetzung.



Zweivertragsmodell

Das Zweivertragsmodell regelt den Netzzugang und damit den  Gastransport innerhalb eines Marktgebietes. Voraussetzung hierfür ist der Abschluss eines Einspeise- und Ausspeisevertrages mit dem dazugehörigen Netzbetreiber.