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Deutschlands industrieller Strompreis innerhalb Europas am höchsten

18.04.2012

EU-Energiekommissar Oettinger warnt vor industrieller Abwanderung

Foto: Global2000/flickr.com

Im Rahmen des aktuellen CSR-Forums  in Stuttgart fordert EU-Energiekommissar Oettinger billigeren Strom für die Industrie. Die Tageszeitung Die Welt  berichtet über die Mahnung Oettingers: Die Industrie in Deutschland leide unter einem zu hohen Strompreis. Inzwischen sei Deutschland das Land mit dem höchsten Strompreis in Europa.

Oettinger prognostiziert bei einem weiter steigenden industriellen Strompreis eine noch stärkere Abwanderung von Firmen ins Ausland. Deshalb sei es essentiell, die Forschung und Entwicklung zur Speicherung von Strom voranzutreiben. Laut dem Bericht ist in den Augen Oettingers für eine beherrschbare Nutzung von erneuerbaren Energien maßgeblich, CO2-neutrale Energie aus Wind und Sonne nicht nur in Strom zu verwandeln, sondern auch zu speichern.

Zudem machte sich Oettinger weiter für den Ausbau der europäischen Stromautobahnen stark, die Energie aus Sonne und Wind zu den Verbrauchern transportieren.

Rückstellungen der Energiekonzerne nicht ausreichend

12.04.2012

Greenpeace berechnet Kosten für Atomausstieg

Foto: bas: il/flickr

Die Zeit berichtet von einer aktuellen Greenpeace Studie. Darin werden die Kosten für die Entsorgung des Atommülls sowie die Abwicklung der stillgelegten und noch stillzulegenden Kernkraftwerke im Rahmen der Energiewende in Deutschland untersucht.

Nach der Studie haben die Energiekonzerne zwar Rücklagen für den Atomausstieg gebildet, jedoch reichen diese vermutlich nicht aus. Nach den Ausführungen der Studie ergibt sich eine Mindestabweichung von 4 Milliarden EUR. So belaufen sich die Rückstellungen auf 30 Milliarden EUR, den Berechnungen zufolge aber liegen die Kosten für den Atomausstieg bei mindestens 34 Milliarden EUR – möglicherweise sogar bei bis zu 44 Milliarden EUR.

Greenpeace plädiert für einen öffentlich-rechtlichen Fonds, in den die bisherigen Rückstellungen der Energiekonzerne einfließen sollen. Er soll als Schutz gegen Insolvenz- und Haftungsrisiken der Unternehmen dienen. Zudem soll so auch verhindert werden, dass sich die Energiekonzerne ihrer Verantwortung entziehen und dem Steuerzahler die Finanzierung aufbürden.

Ob hier weitere Kosten für den Stromverbraucher entstehen, bleibt abzuwarten.

Betreiber wollen höhere Netzentgelte durchsetzen

02.04.2012

Strom- und Gaskosten steigen möglicherweise weiter

Foto: Württembergische Energie

Das Handelsblatt berichtet von steigenden Strom- und Gaspreisen. Denn aktuell versuchen fast 300 Gas- und Stromnetzbetreiber vor dem Düsseldorfer Oberlandesgericht gegenüber der Bundsnetzagentur höhere Netzgebühren durchzusetzen. Weder das Gericht noch die Bundesnetzagentur wollen die komplexen Forderungen beziffern. Nach Schätzungen könnten sich diese zu einem Milliardenbetrag summieren. Seit letztem Donnerstag wird dazu verhandelt.

 

Nach einem Bericht der Zeitschrift Der Focus ließ das Gericht erkennen, dass die Netzbetreiber voraussichtlich Erfolg haben werden. Experten des Statistischen Bundesamts werden in dem Beschwerdeverfahren – das aus prozessökonomischen Gründen auf 19 Pilotfälle reduziert worden ist – als Gutachter angehört. Die Entscheidung des Gerichts soll am 06. Juni 2012 verkündet werden.

Bundesnetzagentur rechnet mit 8 % Mehrkosten bei Industriestrom

20.03.2012

Zahlreiche Faktoren wirken auf Stromkosten

Foto: kre8tiv/flickr.com

Die Tageszeitungen berichten einstimmig über steigende Strompreise. So schreibt Die Welt , dass die Bundesnetzagentur mit deutlichen Mehrkosten sowohl für Privat- als auch für Industriekunden rechnet. Nach Schätzungen wird der durch die Energiewende nötige Netzausbau dazu führen, dass in den kommenden 10 Jahren Preissteigerungen von bis zu 8 Prozent für die Industrie wahrscheinlich sind. Dazu heißt es von Seiten des Beirats der Wettbewerbsbehörde, dass es zwangsläufig zu einer weiteren Erhöhung kommen wird.  Nach Berechnungen müssen in den nächsten Jahren bis zu 47,5 Milliarden EUR in den Netzausbau investiert werden. Daraus ergibt sich eine Erhöhung um bis zu 54 % der Netzentgelte für die Industrie – aktuell liegt der Anteil am Strompreis bei rund einem Fünftel.

Die Welt vermutet in dem Artikel, dass die Zahlen der Bundesnetzagentur nur „eine Untergrenze für die tatsächlich zu erwartende Preiserhöhungen“ darstellen. Unberücksichtigt bleiben bislang zusätzliche Kosten wir für den Bau neuer Kraftwerke oder eine steigende EEG-Umlage.

Hinzu kommt, dass die Netzbetreiber aktuell mit dem Ausbau der Stromnetzanschlüsse an die Nordsee-Windparks überfordert sind (vgl.  „Netzanbindung der Offshore-Windparks weiterhin kritisch“). Aus dem Abschlusspapier der von der Regierung eingesetzten Arbeitsgruppe „Beschleunigung Offshore-Netzausbau“ geht hervor, dass Verbraucher möglicherweise künftig zur Finanzierung des Anschlusses von Offshore-Windparks herangezogen werden sollen: „ Denkbar sei ein Eintritt der Bundesregierung oder die Überwälzung auf die von allen Stromkunden zu zahlenden Netz- oder Ökostromentgelte“ heißt es in dem Artikel.

Auch die Frankfurter Allgemeine Zeitung  beschäftigt sich mit steigenden Stromkosten für Industrie und Haushalt. Weiterer Kostenfaktor sind Entschädigungen für Unternehmen, z. B. wenn diese bei Stromengpässen ihre Anlagen abschalten. Dafür sind in 2012 zunächst 100 Millionen EUR kalkuliert, mittelfristig dann bis zu 270 Millionen EUR im Jahr.

Um den steigenden Kosten entgegenzuwirken, sind bereits 1.600 Unternehmen bei der Netzagentur vorstellig geworden. Sie beantragen eine Ermäßigung oder eine Befreiung von den Netzentgelten. Dieser Weg steht besonders energieintensiven Branchen wie Chemie oder Metall offen, auch Lebensmittelhandel, Hotels und Gaststätten können davon profitieren. Es wird ein Gesamtvolumen der Befreiungen und Rabatte von mehr als 400 Millionen EUR im Jahr erwartet.

Leistungsgemessene Stromkunden sollten – unabhängig ob sie von einer Entlastung bei den Netzentgelten profitieren können – die Möglichkeit einer Strompreisausschreibung nutzen. Denn mit einem günstigen reinen Energiepreis kann den steigenden Stromkosten entgegengewirkt werden.

 

Klausel im EEG-Entwurf ermöglicht weitere Kürzungen

29.02.2012

Branche verweist auf lange Planungsfristen

Global2000/flickr.com

Der Spiegel berichtet über geplante Änderungen des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG). Im aktuellen Entwurf heißt es nach Informationen die dem Magazin vorliegen unter Paragraph 64g: Umwelt- und Wirtschaftsministerium sollen künftig bei allen Formen der erneuerbaren Energien die Option haben, die Förderung zu begrenzen - und zwar „bezogen auf die jährliche Erzeugung oder die installierte Leistung der Anlage“.

Mit dieser Klausel wird es der Bundesregierung möglich Förderungen von erneuerbaren Energien am Parlament vorbei zu kürzen. Damit ist der Regierung das Recht vorbehalten den durch produzierten grünen Strom nicht mehr vollständig zu fördern. Kürzungen von 20 - 30 %, wie sie erst heute vom Bundeskabinett verabschiedet wurden (vgl. Die Welt), könnten künftig auch für Windräder oder Biogasanlagen eingeführt werden.

Der Regierung ermöglicht die Klausel eine schnelle Reaktionsfähigkeit, wenn der Zubau einer bestimmten Energiequelle bzw. die damit verbundene Förderung „aus dem Ruder laufen“ sollte. In der Folge gäbe es der Regierung die Möglichkeit zeitnah auf Marktbegebenheiten zu reagieren. Die Branche ist besorgt, denn insbesondere im Bereich der erneuerbaren Energien sind lange Planungsfristen essentiell.