Aktuelle News für den Energiemarkt
Trend zu mehr Akteuren am Markt
Kleine und mittelständische Versorger gewinnen an Bedeutung

- Foto: Württembergische Energie
Die Deutsche Welle berichtet von „ratlosen Energieversorgern“. Der Atomausstieg habe die Energiekonzerne völlig überrascht – eine angepasste Konzernstrategie wird bis heute nicht deutlich. Der Energiewissenschaftler Uwe Leprich vom Institut für ZukunftsEnergieSysteme vermutet, dass das späte Umdenken der Energiekonzerne vor allem mit der „exorbitant hohen Rendite“ der letzten Jahre zusammenhängt. Einige der Versorger hätten kaum ein Interesse an der Energiewende, die ihr bisheriges, hochlukratives Modell ins Wanken bringt. Beispiel RWE: Jürgen Großmann, Vorstandvorsitzender der AG, hat selbst auf das Aktienrecht verwiesen. Dieses verpflichtet einen börsennotierten Konzern dem Vermögen der AG und dem der Aktionäre zu dienen.
Inzwischen ist klar, dass weder in der Atomenergie – und seitdem bekannt ist, dass die Bundesregierung weiterhin an ihren Klimaschutzzielen festhält – noch in dem Verbrennen fossiler Brennstoffe wie Kohle oder Gas die Zukunft der Energie liegt. Die großen Energiekonzerne hätten nach Leprich lange Zeit „die Zeichen der Zeit nicht erkannt“. Entsprechend seien die Investitionen in die erneuerbaren Energien bislang nicht ausreichend gewesen. Dagegen können die mittelständischen, häufig kommunalen Energieversorger hier punkten. Sie seien gut aufgestellt und spielen eine wichtige Rolle bei der Stromerzeugung durch erneuerbare Energien.
Wie wichtig der Anteil der regenerativen Energien geworden ist, zeigt die aktuelle Veröffentlichung des Bundesverbands für Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW). In den heute veröffentlichten Halbjahreszahlen haben die erneuerbaren Energien in den ersten sechs Monaten 2011 erstmals die 20-Prozent-Marke übersprungen. Dabei bleibt Windenergie mit einem Anteil von 7,5 Prozent die wichtigste Quelle. Gefolgt von Biomasse mit 5,6 Prozent und Photovoltaik mit 3,5 Prozent. Wasserkraft wurde auf Platz 4 mit 3,3 Prozent verdrängt.