Aktuelle News für den Energiemarkt

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Kostet die Energiewende Jobs?

15.08.2011

Studie legt Zahlen zur Beschäftigung vor

Foto: pppspics/flickr.com

Die Welt am Sonntag berichtet über einen durch die Energiewende verstärkten Wegfall von Arbeitsplätzen. Bislang bewirbt die Regierung die Energiewende noch als „Jobmotor“ – nach den Zahlen des Bundesumweltministeriums sind bislang schon 360.000 Arbeitsplätze im Bereich der Erneuerbaren Energien entstanden.

Wie belastbar diese Zahlen allerdings sind, ist nicht sicher. Denn eine aktuelle Berechnung der Berliner Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) kommt auf andere Werte. Beispielsweise errechnet die Hochschule auf 80.000 Jobs in der deutschen Solarbranche anstatt den von Branchenverbänden und Bundesregierung angegebenen 133.000 Menschen, die in der Branche tätig sind. Also fast 40 % weniger. Der Grund liegt möglicherweise in der Definition. So hat die Solarlobby anscheinend auch die Handwerker mitgezählt, deren Hauptbetätigungsfeld nicht an die Branche geknüpft ist, die aber auch hin und wieder mit Solaraufträgen zu tun haben und „gelegentlich ein Solarmodul aufs Dach schrauben“. Der Anspruch der HTW einen Arbeitnehmer der Branche zuzuordnen liegt dagegen bei mindestens 50 % seiner Tätigkeit.

Hinzu kommt, dass Überkapazitäten und asiatische Importe den Kostendruck erhöhen und Produzenten möglicherweise zur Abwanderung bringen. Der einstige Weltmarktführer Q-Cells hat bereits angekündigt seinen Stammsitz in Sachsen-Anhalt zu schließen und die Fertigung nach Malaysia zu verlagern.

ZEW Energiemarktbarometer 2011

21.07.2011

Energiewende führt zu steigenden Energiepreisen

Foto: Württembergische Energie

Das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) hat in einer Umfrage unter 200 Energiemarktexperten herausgefunden, dass mit einem Preisanstieg für Strom, Erdgas, Öl und Kohle zu rechnen ist. Für energieintensive Unternehmen, beispielsweise in der Stahl- oder Aluminiumproduktion, mit einem hohen Energiebedarf ergeben sich daraus steigende Kosten. Für Strom sehen die Experten bereits in 2011 einen Preisanstieg.

Während bis Ende 2011 die Mehrheit der Energiemarktexperten grundsätzlich stagnierende Energiepreise erwartet, macht Strom die Ausnahme. Hier gehen 51 Prozent von einem Anstieg aus – kurzfristig. Dieses Ergebnis ist mit großer Wahrscheinlichkeit auf den Atomausstieg zurückzuführen. 93 Prozent der Befragten vermuten, dass die Strompreise für Großkunden bis zum Jahr 2016 weiter steigen werden. Gut 85 Prozent sehen in dieser Zeit auch eine Erhöhung für Erdgas, 76 Prozent für Kohle, beim Rohöl 84 Prozent.


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Bundestag beschließt "Energiewendepaket"

01.07.2011

Die wichtigsten Änderungen

Foto: Deutscher Bundestag/M.S. Unger

Gestern wurde die Meldung online rasant verbreitet. Nicht überraschend ist sie heute Aufmacher vieler Tageszeitungen (u. a. Frankfurter Allgemeine Zeitung, S. 1, 2, 3). Bis Ende 2022 soll der Ausstieg aus der Atomenergie vollständig vollzogen sein. Wie vermutet werden die bisher stillgelegten acht AKW nicht wieder ans Netz gehen. Außer der Linkspartei stimmten die Parteien den von Union und FDP eingebrachten Änderungen des Atomgesetzes zu. In Zahlen bedeutet das: Von 620 Abgeordneten im Bundestag stimmten 513 mit „Ja“, 79 mit „Nein“, acht der Abgeordneten enthielten sich.

Neben dem Atomausstieg wurden gestern weitere Gesetze, die die Energiewende zuträglich sein sollen, verabschiedet. Ein Auszug der Änderungen, die sich wie der Atomausstieg direkt auf die Strompreisentwicklung auswirken können (weitere hier ).


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Sonderparteitag der Grünen

27.06.2011

Mehrheit stimmt für Atomausstieg bis 2022

Foto: Rainer Zimmermann/flickr.com

Die Frankfurter Allgemeine Zeitung berichtet über das Ergebnis des Sonderparteitags der Grünen. Demnach unterstützt die Partei den von Schwarz-Gelb geplanten Ausstieg aus der Atomenergie bis 2022.

Der Entscheidung war eine sechsstündige Debatte vorausgegangen.
Obwohl Partei und Fraktion direkt nach der Atomkatastrophe in Fukushima einen Ausstieg schon zu 2017 gefordert hatten, fand dieser Antrag keine Mehrheit. Stattdessen soll der Gesetzesvorlage der Koalition für eine Novelle des Atomgesetzes an diesem Donnerstag im Bundestag zugestimmt werden. Der Spiegel schreibt von einer großen Mehrheit der Grünen, die für den Leitantrag des Bundesvorstands gestimmt hat. Die Begleittexte zum Ausbau der „erneuerbaren Energien“ dagegen wurden beim Sonderparteitag abgelehnt.

An diesem Donnerstag findet die Abstimmung über den Atomausstieg im Bundestag statt. Zwar braucht die Koalition die Stimmen der Grünen nicht, doch auch diese peilen den Konsens an.

Atomausstieg in Deutschland

03.06.2011

Bedeutung und Konsequenzen

Foto: Global2000/flickr.com

Nach dem Beschluss der Bundesregierung zu 2022 aus der Atomenergie auszusteigen, überschlagen sich die Medien mit Meldungen zur Energiewende. Unterschiedlichste Szenarien werden dargestellt.

Was der Ausstieg aus der Atomenergie für die Wirtschaft bedeutet, ist nicht konkret abzusehen. Während ranghohe Wirtschaftsvertreter den Ausstieg sowie die erwarteten Mehrkosten für die Industrie kritisieren, sehen andere auch eine Chance für die Wirtschaft. Es könnte positive Auswirkungen auf die Exportleistung haben, dass Deutschland bereits heute „Weltmeister“ im Bereich erneuerbarer Energien ist. Auch als Partner zum Thema Energieeffizienz könnte sich Deutschland weiterhin profilieren – und davon profitieren (vgl. FAZ, Printausgabe, 03.06.2011, S. 13).

Für die Förderungen von erneuerbaren Energien durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz stehen Änderungen an. Denn die Entscheidung zum Ausstieg aus der Atomenergie ist mit hohen Kosten verbunden. Aktuell wird diskutiert, ohnehin angesetzte Kürzungen zeitlich vorzuziehen. Denn eine Reform des EEG war bisher erst zum Jahreswechsel geplant. Wenn die Investitionen in erneuerbare Energien steigen, steigen auch notwendigen Zuschüsse durch den Staat. Um diese möglichst gering zu halten, soll die Einspeisevergütung insbesondere für Photovoltaik gesenkt werden. Auf der anderen Seite vermuten Experten, dass die EEG-Umlage, die von allen Verbrauchern getragen wird, von aktuell 3,53 Cent/kWh ebenfalls sinken wird. Die FAZ (vgl. Printausgabe, 03.06.2011, S. 13) schreibt, dass selbst wenn ein Höchstsatz von 3,5 Cent/kWh für 2012 festgelegt würde, sich die Umlage eher bei 2,7 - 3 Cent/kWh einfinden wird.

Unumstritten ist, dass mit der Energiewende viele Kosten auf Deutschland hinsichtlich des Netzausbaus sowie des Ausbaus erneuerbarer Energien und konventioneller Kraftwerke (Kohle, Gas) zukommen werden. Zwar hält die Bundesregierung an der Brennelementesteuer fest, doch diese Einnahmen sind bereits verplant und fallen durch den Wegfall von sieben AKW jährlich um rund 1 Milliarde EURO geringer aus als erwartet (vgl. News Württembergische Energie).

Nachdem der Beschluss zum Aus der Atomenergie der Bundesregierung bekannt wurde, stieg der Strompreis weiter an. Eine weitere Tendenz nach oben zeichnet sich ab (vgl. www.eex.com/de).