Aktuelle News für den Energiemarkt

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Steigende EEG-Umlage im Gespräch

08.09.2011

Einspeisevergütung durch aktuelle Umlage nicht gedeckt

Foto: Württembergische Energie

Ende August berichtete die Württembergische Energie über die neuesten Zahlen des Bundesverbands für Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW). Der Anteil erneuerbarer Energien am deutschen Strommix hat erstmals die 20-Prozent-Marke übersprungen. Weitere Investitionen in Windräder und Photovoltaikanlagen sind bereits geplant. Schließlich beabsichtigt die Regierung bis 2020 mindestens 35 Prozent des Stroms aus erneuerbaren Energien zu beziehen.

Für den Verbraucher bedeutet das vermutlich steigende Kosten. Denn die Netzbetreiber sind verpflichtet, den Strom aus erneuerbaren Energien abzunehmen und an der Börse zu verkaufen. Die Betreiber der Anlagen erhalten eine feste Einspeisevergütung, die vom Börsenpreis abweichen. So ergeben sich Einnahmen von 2,98 Milliarden EUR für den Verkauf des Stroms an der Börse – bei Ausgaben von 10,87 Milliarden EUR, die der Einspeisevergütung entsprechen. Diese Differenz soll über das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) ausgeglichen werden. Die entsprechende Umlage liegt nach einer Erhöhung Anfang des Jahres aktuell bei 3,5 Cent je Kilowattstunde. Doch das scheint nicht zu reichen: Nach einer Rechnung der vier Betreiber des Übertragungsstromnetzes ergibt sich aus einer Gegenüberstellung von Einnahmen und Ausgaben ein Minus von 453 Millionen Euro.


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Trend zu mehr Akteuren am Markt

29.08.2011

Kleine und mittelständische Versorger gewinnen an Bedeutung

Foto: Württembergische Energie

Die Deutsche Welle berichtet von „ratlosen Energieversorgern“. Der Atomausstieg habe die Energiekonzerne völlig überrascht – eine angepasste Konzernstrategie wird bis heute nicht deutlich. Der Energiewissenschaftler Uwe Leprich vom Institut für ZukunftsEnergieSysteme vermutet, dass das späte Umdenken der Energiekonzerne vor allem mit der „exorbitant hohen Rendite“ der letzten Jahre zusammenhängt. Einige der Versorger hätten kaum ein Interesse an der Energiewende, die ihr bisheriges, hochlukratives Modell ins Wanken bringt. Beispiel RWE: Jürgen Großmann, Vorstandvorsitzender der AG, hat selbst auf das Aktienrecht verwiesen. Dieses verpflichtet einen börsennotierten Konzern dem Vermögen der AG und dem der Aktionäre zu dienen.

Inzwischen ist klar, dass weder in der Atomenergie – und seitdem bekannt ist, dass die Bundesregierung weiterhin an ihren Klimaschutzzielen festhält – noch in dem Verbrennen fossiler Brennstoffe wie Kohle oder Gas die Zukunft der Energie liegt. Die großen Energiekonzerne hätten nach Leprich lange Zeit „die Zeichen der Zeit nicht erkannt“. Entsprechend seien die Investitionen in die erneuerbaren Energien bislang nicht ausreichend gewesen. Dagegen können die mittelständischen, häufig kommunalen Energieversorger hier punkten. Sie seien gut aufgestellt und spielen eine wichtige Rolle bei der Stromerzeugung durch erneuerbare Energien.


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Ein "Kosten-Tsunami"

01.08.2011

Prognosen zur Energiewende

Foto: Württembergische Energie

Das Handelsblatt widmet am 27. Juli 2011 seinen Titel dem Atomausstieg und zeigt „Die wahren Kosten der Energiewende“ (vgl. Handelsblatt Nr. 143, S. 1, S. 6 ff.). Inzwischen sei klar, dass es sich um Investitionen in dreistelliger Milliardenhöhe handelt – denn bis 2020 muss die komplett wegfallende Atomenergie ersetzt werden. U. a. mit Windturbinen, Solaranlagen und Gaskraftwerken. Experten schätzten den Investitionsbedarf auf rund 250 Milliarden EUR.

Der beschleunigte Ausbau der erneuerbaren Energien nimmt direkten Einfluss auf die Stromkosten. Denn getragen werden müssen die Zusatzkosten von Industrie und Privatverbrauchern. Schon jetzt ist der Strompreis an der Energiebörse EEX in Leipzig deutlich gestiegen. Aktuell liegt der Preis bei rund 58 EUR/MWh. Dem Handelsblatt zufolge sagen die Energieexperten von A. T. Kearney einen kontinuierlich steigenden Preis voraus. Bis ins Jahr 2020 erwarten die Unternehmensberater demnach einen Preis von 75,80 EUR/MWh.

Bundeskabinett beschließt Energiewende

06.06.2011

Mögliche Folgen für die Industrie

Foto: Global2000/flickr.com

Die Frankfurter Allgemeine Zeitung berichtet, dass die Koalition an diesem Montag die entscheidenden Gesetzesinitiativen zur Energiewende auf den Weg bringen möchte. Dazu zählt neben dem Ausstieg aus der Atomenergie auch der Ausbau erneuerbarer Energien.

Bis 2020 soll ein Ökostromanteil von 35 Prozent erreicht werden.
Nun hat das Kabinett zunächst den Ausstieg aus der Atomenergie beschlossen – dazu zählt das endgültige Aus für acht AKW sowie eine stufenweise Abschaltung der übrigen Atomkraftwerke bis 2022 (vgl. FAZ). 2015 soll Grafenrheinfeld (Bayern) vom Netz gehen, 2017 folgt Gundremmingen B (Bayern) und 2019 Philippsburg II (Baden-Württemberg), in 2021 Grohnde (Niedersachsen), Brokdorf (Schleswig-Holstein) und Gundremmingen C (Bayern). Als letzte Kernkraftwerke würden 2022 Isar II (Bayern), Neckarwestheim II (Baden-Württemberg) und Emsland (Niedersachsen) abgeschaltet werden.

Geplant sind u. a. zehn Windparks im Meer, die über ein Förderprogramm der KfW unterstützt werden sollen. Die Einspeisevergütung für Strom aus Wind soll um 2 auf dann 15 Cent/kWh steigen – garantiert für 12 Jahre. Auch für Wasserkraft und Geothermie wird eine höhere Einspeisevergütung diskutiert (vgl. News Württembergische Energie). Dagegen soll die Vergütung für Strom aus Windenergie an Land künftig sinken.

Die Bundesregierung dringt auf mehr Kompetenzen im Netzausbau. Ein Beschleunigungsgesetz soll die Bau- und Planungszeiten um mehr als die Hälfte auf dann vier Jahre verkürzen. Eine Neuregelung der Verantwortung für die Stromnetze mit einem „Bundesnetzplan“ soll die Planung erleichtern.

Die Süddeutsche Zeitung berichtet von Warnungen der SPD. Bei den geplanten Milliardeninvestitionen in erneuerbare Energien und Netzausbau, ist mit steigenden Kosten zu rechnen. Es drohe der Verlust von Arbeitsplätzen, sofern der Atomausstieg mit zusätzlichen Kosten für die Produktion gleichzusetzen sei. Die Regierung plant einen Energie- und Klimafonds, der bis zu 500 Millionen Euro kompensieren soll. Allerdings wird im Gegenzug von den Betrieben erwartet, dass sie bis 2013 selbst einen Beitrag zu Energieeinsparungen nachweisen. Da dem gegenüber Kosten in Milliardenhöhe stehen, rechnen Experten dennoch mit Mehrkosten. Wer diese tragen muss, ist bisher nicht geklärt.

Atomausstieg in Deutschland

03.06.2011

Bedeutung und Konsequenzen

Foto: Global2000/flickr.com

Nach dem Beschluss der Bundesregierung zu 2022 aus der Atomenergie auszusteigen, überschlagen sich die Medien mit Meldungen zur Energiewende. Unterschiedlichste Szenarien werden dargestellt.

Was der Ausstieg aus der Atomenergie für die Wirtschaft bedeutet, ist nicht konkret abzusehen. Während ranghohe Wirtschaftsvertreter den Ausstieg sowie die erwarteten Mehrkosten für die Industrie kritisieren, sehen andere auch eine Chance für die Wirtschaft. Es könnte positive Auswirkungen auf die Exportleistung haben, dass Deutschland bereits heute „Weltmeister“ im Bereich erneuerbarer Energien ist. Auch als Partner zum Thema Energieeffizienz könnte sich Deutschland weiterhin profilieren – und davon profitieren (vgl. FAZ, Printausgabe, 03.06.2011, S. 13).

Für die Förderungen von erneuerbaren Energien durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz stehen Änderungen an. Denn die Entscheidung zum Ausstieg aus der Atomenergie ist mit hohen Kosten verbunden. Aktuell wird diskutiert, ohnehin angesetzte Kürzungen zeitlich vorzuziehen. Denn eine Reform des EEG war bisher erst zum Jahreswechsel geplant. Wenn die Investitionen in erneuerbare Energien steigen, steigen auch notwendigen Zuschüsse durch den Staat. Um diese möglichst gering zu halten, soll die Einspeisevergütung insbesondere für Photovoltaik gesenkt werden. Auf der anderen Seite vermuten Experten, dass die EEG-Umlage, die von allen Verbrauchern getragen wird, von aktuell 3,53 Cent/kWh ebenfalls sinken wird. Die FAZ (vgl. Printausgabe, 03.06.2011, S. 13) schreibt, dass selbst wenn ein Höchstsatz von 3,5 Cent/kWh für 2012 festgelegt würde, sich die Umlage eher bei 2,7 - 3 Cent/kWh einfinden wird.

Unumstritten ist, dass mit der Energiewende viele Kosten auf Deutschland hinsichtlich des Netzausbaus sowie des Ausbaus erneuerbarer Energien und konventioneller Kraftwerke (Kohle, Gas) zukommen werden. Zwar hält die Bundesregierung an der Brennelementesteuer fest, doch diese Einnahmen sind bereits verplant und fallen durch den Wegfall von sieben AKW jährlich um rund 1 Milliarde EURO geringer aus als erwartet (vgl. News Württembergische Energie).

Nachdem der Beschluss zum Aus der Atomenergie der Bundesregierung bekannt wurde, stieg der Strompreis weiter an. Eine weitere Tendenz nach oben zeichnet sich ab (vgl. www.eex.com/de).