Aktuelle News für den Energiemarkt
Zur Zeit wird gefiltert nach: green energy
Filter zurücksetzen
Onshore-Windanlagen rückläufig
KfW-Bank plant Offshore-Kreditprogramm

- Foto: Global2000/flickr.com
Die ARD berichtet, dass der Windpark-Projektierer PNE im ersten Halbjahr 2011 einen Rückgang der realisierten Projekte verzeichnet hat. Das Unternehmen blickt dennoch positiv in die Zukunft. Zwar sind Onshore-Windanlagen rückläufig, doch Schätzungen zufolge könnten die Offshore-Windanlagen zukünftig bis zu 15 % des inländischen Strombedarfs decken. Mehr als 25 deutsche Parks sind inzwischen genehmigt, weitere sind im Gespräch.
In Deutschland entsteht aufgrund langsamer Genehmigungsverfahren ein Nachteil gegenüber dem Ausland (z. B. Dänemark, England). Zudem kann hier deutlich näher an den Küsten gebaut werden, die Verfahren und die Netzanbindung sind leichter umzusetzen wie FAZ-Autor Holger Paul berichtet (Printausgabe, 09.08.2011, S. 16) berichtet. Hinzu kommen die immensen Kosten: Ein Windpark kostet mehr als 1 Milliarde EUR. Jetzt soll ein Offshore-Kreditprogramm der staatlichen KfW-Bank zumindest in einigen Fällen die Finanzierung erleichtern. Zehn der 25 geplanten Windparks sollen mit jeweils bis zu 500 Millionen EUR finanziert werden. Das motiviert andere Banken ebenfalls Millionendarlehen zu gewähren.
Der Umsatz von PNE ist von 41,1 Millionen EUR im Jahr 2010 auf 16,6 Millionen EUR im ersten Halbjahr 2011 gesunken. Nach eigener Aussage ist dies vor allem auf hohe Vorleistungen zurückzuführen, die das Unternehmen getätigt hat. So wurden die Aktivitäten in Großbritannien, den USA und Ungarn vorangebracht. Aktuell - so zitiert die FAZ (Printausgabe, 09.08.2011, S. 12) aus einer Unternehmensmitteilung - ist das Unternehmen an Planung und Bau von insgesamt acht Meereswindparks beteiligt. Dazu zählt auch das Projekt Gode Wind II mit insgesamt 84 Turbinen. Der Baubeginn ist für 2012 angesetzt. Die Finanzierung sei gesichert, denn gleich zehn europäische Banken hätten schriftliche Interessensbekundungen zur Finanzierung vorgelegt.
Atomdebatte in Europa
Mögliche Auswirkungen bei Abschaltung der AKW

- Foto: Passenger Faber/flickr.com
In Europa sah im Jahr 2010 die Verteilung der Stromquellen wie folgt aus:
- 28 Prozent entfielen auf Atomkraft
- 27,6 Prozent auf Kohle, 23,2 Prozent auf Erdgas
- 2,2 Prozent auf Erdölprodukte
- sowie 19 Prozent auf Erneuerbare Energien.
Allein in Deutschland wurden 621 TWh Strom produziert – 22,6 Prozent davon aus Atomkraft. Das entsprach im vergangenen Jahr einer Produktionsleistung von rund 140 TWh.
Nach den Ereignissen in Japan wird sich vermutlich einiges auf dem Energiemarkt in Deutschland tun. Wie sich die Entwicklungen auf die Verbraucher auswirken werden, ist ungewiss. Die Preise für Rohstoffe und Strom sind nach Bekanntwerden des Moratoriums durch die Bundesregierung ruckartig nach oben geschnellt. Die Debatte um Klimaschutz, Sicherheit und Kosten ist entbrannt – und eine endgültige Abschaltung der älteren AKW ist möglicherweise nicht mehr weit entfernt (vgl. Frankfurter Allgemeine Zeitung, Printausgabe 24.03.2011, S. 12).
»weiter lesen«
EEG-Umlage deckt sich nicht mit Zuschüssen für Solar- und Windanlagen
Prognoseunsicherheit führt zu überhöhter EEG-Umlage

- Foto: bby_/flickr.com
Unterschiedliche Medien (u. a. Rheinische Post und Focus) berichteten zuletzt, dass die EEG-Umlage anscheinend zu hoch angesetzt wurde.
Seit Jahresbeginn erhöhten hunderte Energieversorger die Preise im Schnitt um sieben Prozent. Die EEG-Umlage war von 2,05 Cent auf 3,53 Cent je Kilowattstunde angehoben worden. In der Begründung der Regierung hieß es damals, dass vor allem der massive Ausbau von Solarenergie verantwortlich sei (vgl. News Württembergische Energie).
Laut der Rheinischen Post teilte nun das Bundesministerium mit, man erwarte bis ins Jahr 2013 keine weiteren steigenden Belastungen durch die Ökostrom-Steuer für den Verbraucher. Wahrscheinlich sei die Umlage für 2011 sogar zu hoch angesetzt worden. Brancheninsider spekulieren auf eine Senkung der EEG-Umlage in 2012.
Windpark in der Nordsee
Nordsee-Staaten planen ein gemeinsames Stromnetz

- Foto: obrien26382/flickr.com
Aktuell berichtet das Handelsblatt über ein mögliches Offshore-Netzwerk in der Nordsee.
Bereits im Dezember wurde eine Absichtserklärung der an die Nordsee grenzenden Staaten für ein gemeinsames Offshore-Netzwerk abgegeben. Jetzt, einige Monate später, hat die EU veranlasst, dass ACER, die Energieregulierungsbehörde, ihre Arbeit aufnimmt. Auch die Bundesnetzagentur ist an den Aktivitäten von ACER beteiligt und kann auf diese Weise gestaltend an den Plänen mitwirken. Die Behörde soll eine einheitliche Technik und einen gesetzlichen Rahmen für das Vorhaben gewährleisten. Denn genau daran fehlt es derzeit noch nach Meinung der Experten.
Problematisch ist derzeit vor allem, dass in den unterschiedlichen Ländern der EU Erneuerbare Energien unterschiedlich gefördert werden. Es fehlt bisher an einem gesetzlichen, einheitlichen Rahmen. Das belastet nicht nur den internationalen Handel, sondern ist auch für die Netzinvestoren schwer zu kalkulieren.
In Europa sind bis in das Jahr 2030 Offshore-Anlagen mit einer Leistung von über 150 Gigawattstunden geplant, genehmigt oder bereits im Bau. Als Orientierung: Das entspricht rund 16 Prozent des Strombedarfs in der EU.
Einspeisevergütung wird in großen Teilen Europas gekürzt
Kürzungen bei der Einspeisevergütung für Solarstrom auch in Deutschland

- Foto: BMU/Bernd Wenzel (IFNE)
Dank einer zunächst über 20 Jahre lang garantierten Einspeisevergütung ist Solarstrom in Deutschland zu einer attraktiven Geldanlage geworden. Und zwar so attraktiv, dass nach Expertenmeinung inzwischen eine Marktüberreizung stattgefunden hat. Jetzt lenken die Regierungen dagegen. Nach den ersten Maßnahmen von Tschechien und Spanien ziehen nun auch Deutschland, Italien und Frankreich nach und wollen die Fördermittel für die Erneuerbaren Energien einschränken. In Deutschland konnte sich die Bundesregierung mit der Branche auf eine Kürzung von bis zu 15 Prozent einigen. Diese beginnt am 1. Juli 2011, ab 2012 wird der Einspeisepreis um weitere 9 Prozent gesenkt.
Italien und Frankreich überlegen den jährlichen Zubau zu begrenzen. Diese Veränderungen nähren die Unsicherheit der Investoren. Es ist unklar, ob und auf welchen Märkten sich die Anlagen finanziell noch rentieren. Ausnahme bildet die Türkei: Dort hat das Parlament kürzlich eine Einspeisevergütung nach deutschem Vorbild eingeführt. Diese ist im internationalen Vergleich zwar eher niedrig, doch da die Sonneneinstrahlung sehr hoch ist, werden sich die Investitionen dennoch lohnen.
Die Financial Times Deutschland schreibt von „Düsteren Zeiten für die Solarbranche“.