Aktuelle News für den Energiemarkt
Zur Zeit wird gefiltert nach: strom
Filter zurücksetzen
Oettinger will Strom- und Gasnetz in Europa ausbauen
Finanzierung über einen steigenden Preis möglich

- Foto: Württembergische Energie
Bei einer Energiekonferenz, die das Energiewirtschaftliche Institut an der Universität zu Köln (EWI) gemeinsam mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung ausrichtete, äußerte sich EU-Energiekommissar Oettinger kritisch zur Energiewende. Laut Frankfurter Allgemeine Zeitung kritisierte er die nationale Ausrichtung der deutschen Förderpolitik. Er befürchte wachsende europarechtliche Bedenken und verwies auf die notwendigen EU-Genehmigungen für geplante Beihilfen zur Förderung der Energiewende. Er wiederholte die Bedenken, die er bereits Ende August geäußert hatte (vgl. Württembergische Energie).
Er erwarte u. a. Probleme bei der Genehmigung des geplanten Strompreisausgleichs in stromintensiven Branchen. Er machte deutlich, dass er einen weiteren Anstieg der EEG-Umlage nicht für sinnvoll halte. Wichtiger sei der Ausbau des europäischen Leitungsnetzes für Strom und Gas – diese Kosten von rund 210 Milliarden EUR könnten über einen Aufschlag auf den Strompreis von bis zu 1,5 Cent je Kilowattstunde realisiert werden.
Steigende EEG-Umlage im Gespräch
Einspeisevergütung durch aktuelle Umlage nicht gedeckt

- Foto: Württembergische Energie
Ende August berichtete die Württembergische Energie über die neuesten Zahlen des Bundesverbands für Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW). Der Anteil erneuerbarer Energien am deutschen Strommix hat erstmals die 20-Prozent-Marke übersprungen. Weitere Investitionen in Windräder und Photovoltaikanlagen sind bereits geplant. Schließlich beabsichtigt die Regierung bis 2020 mindestens 35 Prozent des Stroms aus erneuerbaren Energien zu beziehen.
Für den Verbraucher bedeutet das vermutlich steigende Kosten. Denn die Netzbetreiber sind verpflichtet, den Strom aus erneuerbaren Energien abzunehmen und an der Börse zu verkaufen. Die Betreiber der Anlagen erhalten eine feste Einspeisevergütung, die vom Börsenpreis abweichen. So ergeben sich Einnahmen von 2,98 Milliarden EUR für den Verkauf des Stroms an der Börse – bei Ausgaben von 10,87 Milliarden EUR, die der Einspeisevergütung entsprechen. Diese Differenz soll über das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) ausgeglichen werden. Die entsprechende Umlage liegt nach einer Erhöhung Anfang des Jahres aktuell bei 3,5 Cent je Kilowattstunde. Doch das scheint nicht zu reichen: Nach einer Rechnung der vier Betreiber des Übertragungsstromnetzes ergibt sich aus einer Gegenüberstellung von Einnahmen und Ausgaben ein Minus von 453 Millionen Euro.
»weiter lesen«
Trend zu mehr Akteuren am Markt
Kleine und mittelständische Versorger gewinnen an Bedeutung

- Foto: Württembergische Energie
Die Deutsche Welle berichtet von „ratlosen Energieversorgern“. Der Atomausstieg habe die Energiekonzerne völlig überrascht – eine angepasste Konzernstrategie wird bis heute nicht deutlich. Der Energiewissenschaftler Uwe Leprich vom Institut für ZukunftsEnergieSysteme vermutet, dass das späte Umdenken der Energiekonzerne vor allem mit der „exorbitant hohen Rendite“ der letzten Jahre zusammenhängt. Einige der Versorger hätten kaum ein Interesse an der Energiewende, die ihr bisheriges, hochlukratives Modell ins Wanken bringt. Beispiel RWE: Jürgen Großmann, Vorstandvorsitzender der AG, hat selbst auf das Aktienrecht verwiesen. Dieses verpflichtet einen börsennotierten Konzern dem Vermögen der AG und dem der Aktionäre zu dienen.
Inzwischen ist klar, dass weder in der Atomenergie – und seitdem bekannt ist, dass die Bundesregierung weiterhin an ihren Klimaschutzzielen festhält – noch in dem Verbrennen fossiler Brennstoffe wie Kohle oder Gas die Zukunft der Energie liegt. Die großen Energiekonzerne hätten nach Leprich lange Zeit „die Zeichen der Zeit nicht erkannt“. Entsprechend seien die Investitionen in die erneuerbaren Energien bislang nicht ausreichend gewesen. Dagegen können die mittelständischen, häufig kommunalen Energieversorger hier punkten. Sie seien gut aufgestellt und spielen eine wichtige Rolle bei der Stromerzeugung durch erneuerbare Energien.
»weiter lesen«
Sorge um den Industriestandort Deutschland
Oettinger sorgt sich um steigende Strompreise

- Foto: Württembergische Energie
Bereits Ende Juli 2011 gab Energiekommissar Oettinger dem Hamburger Abendblatt ein Interview. Er erklärte, dass Deutschland den zweitteuersten Strom der EU hat – nur in Dänemark kostet Strom noch mehr. Schon heute handelt sich für die Industrie um einen entscheidenden Kostenfaktor. Er forderte, dass sich die Bundesregierung dafür einsetzt, dass Strom nicht noch teurer wird, sondern den Preis „deckelt“. Damit meint Oettinger den staatlichen Anteil der Energiekosten. Schließlich ist der Strompreis zu 48 Prozent von politischen Faktoren bestimmt: u. a. mit Ökosteuer und EEG.
»weiter lesen«
Kostet die Energiewende Jobs?
Studie legt Zahlen zur Beschäftigung vor

- Foto: pppspics/flickr.com
Die Welt am Sonntag berichtet über einen durch die Energiewende verstärkten Wegfall von Arbeitsplätzen. Bislang bewirbt die Regierung die Energiewende noch als „Jobmotor“ – nach den Zahlen des Bundesumweltministeriums sind bislang schon 360.000 Arbeitsplätze im Bereich der Erneuerbaren Energien entstanden.
Wie belastbar diese Zahlen allerdings sind, ist nicht sicher. Denn eine aktuelle Berechnung der Berliner Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) kommt auf andere Werte. Beispielsweise errechnet die Hochschule auf 80.000 Jobs in der deutschen Solarbranche anstatt den von Branchenverbänden und Bundesregierung angegebenen 133.000 Menschen, die in der Branche tätig sind. Also fast 40 % weniger. Der Grund liegt möglicherweise in der Definition. So hat die Solarlobby anscheinend auch die Handwerker mitgezählt, deren Hauptbetätigungsfeld nicht an die Branche geknüpft ist, die aber auch hin und wieder mit Solaraufträgen zu tun haben und „gelegentlich ein Solarmodul aufs Dach schrauben“. Der Anspruch der HTW einen Arbeitnehmer der Branche zuzuordnen liegt dagegen bei mindestens 50 % seiner Tätigkeit.
Hinzu kommt, dass Überkapazitäten und asiatische Importe den Kostendruck erhöhen und Produzenten möglicherweise zur Abwanderung bringen. Der einstige Weltmarktführer Q-Cells hat bereits angekündigt seinen Stammsitz in Sachsen-Anhalt zu schließen und die Fertigung nach Malaysia zu verlagern.