Einführung der CO2-Steuer

20.10.2020

Wachsende gesellschaftliche Anforderungen nach effizientem Handeln und einem nachhaltigen Wirtschaften prägen das aktuelle politische wie auch wirtschaftliche Meinungsbild immer mehr.

Mit dem kürzlich verabschiedeten Klimapaket und der darin verankerten CO2-Steuer, stellt die Bundesregierung Unternehmen vor neue, vor allem wirtschaftliche Herausforderungen. Grundsätzlich betrifft die neue Gesetzgebung alle Verbraucher. Energieintensive Unternehmen sollen allerdings aus dem aktuellen Wortlaut der Bundesregierung Entlastungsmöglichkeiten erhalten.

Die Höhe der CO2-Steuer ab 01.01.2021 am Beispiel Gas und Öl:

Der Gaspreis wird durch die Einführung der CO2-Steuer zusätzlich belastet. Denn beim Verbrennen von Gas entstehen CO2-Emissionen, die durch die CO2-Steuer ab 2021 bepreist werden. Bei der Verbrennung von Erdgas entstehen beispielsweise 0,202 kg CO2 pro kWh (Quelle: BAFA, 2019). Eine einfache Rechnung zeigt, dass der Gaspreis durch die schrittweise Erhöhung der CO2-Steuer von 0,505 ct/kWh in 2021 auf bis zu 1,111 ct/kWh in 2025 zusätzlich belastet werden könnte:

2021: 0,202 Tonnen CO2/MWh x 25 €/Tonne = 0,505 ct/kWh

2025: 0,202 Tonnen CO2/MWh x 55 €/Tonne = 1,111 ct/kWh

Wer Öl als Energieträger, z.B. fürs Heizen nutzt, muss mit noch höheren Kosten rechnen, da die Klimabilanz des Brennstoffs deutlich schlechter ist. Bei der Verbrennung von Heizöl entstehen sogar durchschnittlich 2,8 kg CO2 pro kWh (Quelle: BAFA, 2019). Die schrittweise Erhöhung der CO2-Abgabe würde beim Verbrennen von Heizöl zu Zusatzkosten von 0,700 ct/kWh in 2021 und sogar 1,540 ct/kWh in 2025 führen:

2021: 0,28 Tonnen CO2/MWh x 25 €/Tonne = 0,700 ct/kWh

2025: 0,28 Tonnen CO2/MWh x 55 €/Tonne = 1,540 ct/kWh

Sehr gerne errechnen wir anhand Ihres Gas- bzw. Ölverbrauchs die Mehrbelastung ab 01.01.2021 durch die Einführung der CO2-Steuer – sprechen Sie uns an!

DAS 4. QUARTAL IN DER ENERGIEWIRTSCHAFT — IN DIESEM JAHR EIN GANZ BESONDERES …

07.10.2020

In diesem Jahr wird die Situation im 4. Quartal an den Beschaffungsmärkten verschärft durch den CO2-Zertifikatsmarkt.

CO2-PREISENTWICKLUNG SEIT 01.01.2017 – STAND: 07.09.2020

Ab 2021 beginnt im Europäischen Emissionshandel eine neue Handelsperiode: In der sogenannten Vierten Handelsperiode wird die jährliche Menge an verfu?gbaren CO2-Zertifikaten stärker linear gesenkt als bisher (2,2% statt 1,74%). Diese stärkere Regulierung des Marktes bietet ein weiteres Potential, dass die ohnehin schon gestiegenen Preise fu?r die CO2-Zertifikate, ab 2021 noch weiter anziehen können und damit die Strompreise belasten.

Bereits jetzt ist diese Entwicklung am Markt schon sichtbar.

So stiegen die CO2-Zertifikatspreise am Markt von Ende Juli bis Ende August von ca. 25 €/Tonne CO2 auf fast 30 €/Tonne CO2. Dieser Anstieg hatte am Strommarkt die Auswirkung, dass sich im gleichen Zeitraum die Großhandelspreise an der EEX um 3/MWh verteuerten.

Ein weiteres Steigerungspotential noch in diesem Jahr ist nicht ausgeschlossen.

EUROPÄISCHER EMISSIONSHANDEL

06.07.2020

Anreizschaffung zur Vermeidung und Reduzierung von Treibhausgasen in unserer Umwelt –unter diesem Aspekt wurde im Jahr 2005 als Ergebnis aus dem Kyoto-Protokoll der Handel mit Emissionszertifikaten auf EU-Ebene eingefu?hrt.

Funktionsweise des europäischen Emissionshandels

Die Pflicht zur Teilnahme am Emissionshandel besteht fu?r Unternehmen aus energieintensiven Branchen (z.B. Stahlwerke, Raffinerien, Zementwerke), der Energieerzeugung und der Luftfahrt. Durch die EU wird geregelt, welche Mengen an Treibhausgasen die emissionshandelspflichtige Anlagen in einem definierten Zeitraum ausstoßen du?rfen, ohne zu regeln, wer wie viel emittiert.

Dabei erfolgt der Handel anlagenbasiert. Derzeit sind in Europa ca. 11.000 Anlagen und Fabriken verpflichtet am Emissionshandel teilzunehmen. Fu?r jede Tonne CO2, die von den Anlagen und Fabriken ausgestoßen werden, benötigen die Teilnehmer ein Verschmutzungsrecht (CO2-Zertifikat). Zudem ist ein Handel zwischen Teilnehmern des europäischen Emissionshandels möglich. Die Teilnehmer können ihre Zertifikate an andere Markteilnehmer veräußern, wenn sie diese nicht benötigen. Somit wird ein Anreiz geschaffen, auf CO2-arme Technologien zu setzen. Der Handel mit den Verschmutzungsrechten findet in Perioden statt. Während jeder dieser Perioden erfolgt eine sukzessive Reduktion der verfu?gbaren CO2-Zertifikate.

Folgen fu?r die Energiewirtschaft

Die ersten Handelsperioden waren davon geprägt, dass die Zertifikate größtenteils kostenfreivon den Staaten an die Teilnehmer herausgegeben wurden. Zudem war die Menge der sich im Markt befindlichen Zertifikate größer als tatsächlich benötigt. Daraus resultierend fiel der Preis fu?r eine Tonne CO2 schon kurz nach Handelsstart auf ein Preisniveau von 3€/Tonne CO2und war bis März 2018 konstant unter der Marke von 10€/Tonne CO2.

Fu?r die Kraftwerksbetreiber in Deutschland bestand somit wenig Anreiz CO2 einzusparen, denn die konstant gu?nstigen Preise bei den Zertifikaten wirkten sich kaum auf die Stromgestehungskosten aus.

Erst ab 2018 kam es zu einem Preisanstieg fu?r die CO2-Handelszertifikate. Der politische Wille zur Klimazielerreichung und die Löschung u?berschu?ssiger, nicht benötigter Zertifikate sorgten fu?r einen starken Preisanstieg, infolgedessen zogen auch die Strompreise kräftig an.

Die vierte Handelsperiode (2021 – 2030)

Ab 2021 beginnt die neue Handelsperiode. Diese ist dadurch gekennzeichnet, dass die jährliche Menge an verfu?gbaren CO2-Zertifikaten stärker linear gesenkt wird als bisher (2,2% statt 1,74%).

Die steigende Verknappung der CO2-Zertifikate bietet somit ein weiteres Potential fu?r eine Verteuerung der Verschmutzungsrechte und damit auch fu?r einen weiteren Preisanstieg am Strommarkt.