Mit 96,70 Euro/MWh wurde am Donnerstag ein neues Allzeithoch für den Frontjahresfuture 2022 erreicht

14.09.2021

STROM:
Am Freitag wurde mit 96,23 Euro/MWh abgerechnet – ein Plus von 6,3 Euro im Vergleich zur Vorwoche. Grundlage für die neuerliche Preisrallye boten die stark gestiegenen Rohstoffpreise, ein weiterhin festerer CO2-Markt sowie die für den September als schwach eingeschätzten Erneuerbaren-Einspeisungen.

Des Weiteren befindet der Bundestagswahlkampf auf der Zielgerade, dessen Ausgang und etwaige Koalitions-Kombinationen unterschiedliche Implikationen (u.a. CO2- Bepreisung) für den Markt bereithalten könnten.

GAS:
Starke Preisbewegungen nach oben konnte auch der Gasmarkt verzeichnen. Das Lieferjahr 2022 verteuerte sich zum Freitag um 3,3 Euro auf 37,73 Euro/MWh, nachdem das Cal22 bereits am Donnerstag mit 37,89 Euro/MWh zu einem neuen Rekordhoch abgerechnet wurde.

Ankündigungen seitens Gazprom aus der Vorwoche die Gasexporte in die EU, trotz der Inbetriebnahme von Nord Stream 2, bei 183 Mrd. m3 zu fixieren, wirkten auch in der Folgewoche nach. Preistreibend wirken ebenfalls die durch hohe Preise bedingte Fokussierung der LNGTransporte in den asiatischen Raum sowie weiterhin geringe Gasspeicherstände.

CO2
Der CO2-Markt startete am Montag mit einem neuen Allzeithoch (62,32 Euro/ MWh) in die neue Handelswoche, konnte das Niveau im Wochenverlauf nicht halten und notierte am Freitag bei 60,92 Euro/ MWh. Unterstützung kommt weiterhin vom Gasmarkt sowie den geringen ErneuerbarenEinspeisungen, die eine Attraktivierung der Kohleverstromung weiter begünstigen – dies wirkt wiederum, bedingt durch die höhere Menge an benötigten Zertifikatmengen, unterstützend auf den CO2-Preis.

Aufgrund des unveränderten Marktgefüges, u.a. geringe Erneuerbare-Einspeisungen, hoher Anteil der Kohleverstromung sowie die angespannte Situation an den Rohstoffmärkten, hält auch die KW 37 weiteres Preissteigerungspotential bereit.

KOHLE UND ERDÖL
Weiterhin gen Norden gerichtet präsentiert sich der Preis für die Tonne Kohle. Das ARAKohlefrontjahr 2022 gewann im Vergleich zur Vorwoche nochmals um 6,75 Dollar und notierte am Freitag bei 125,23 Dollar/ Tonne. Allein im Monat September verteuerte sich das Cal22 um ca. 17 %. Aufgrund des Wiederanziehen der globalen Konjunktur sowie der hohen Nachfrage zur Stromerzeugung im europäischen und asiatischen Raum, können weitere Preissteigerungen in der KW 37 nicht ausgeschlossen werden.

Allein in Deutschland legte die Steinkohleverstromung im August im Vergleich Vorjahr 2020 um 20 % zu. Nachdem zum Beginn der neuen Handelswoche noch Preise von 72,84 Dollar/Barrel Öl erzielt wurden, gaben die Notierungen aufgrund von Preissenkungen seitens des Erdölriesen Saudi-Arabien zum Ende der Handelswoche nach. Zurückhaltende Prognosen, über die zu erwartende Erdölnachfrage im asiatischen Raum ließen den Preis zum Freitag um 2 % auf 71,37 Dollar/Barrel fallen, konnten aber durch einen unerwartet hohen Abbau in der Golf-Region aufgefangen werden. Potenzielle Abwärtsimpulse haben bedingt durch die Produktionserhöhung auf 400.000 Barrel/Tag aber weiterhin Bestand.

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Es geht weiter Bergauf

07.09.2021

Neues Rekordhoch

STROM:
Mit einem kräftigen Plus zum Wochenstart, lag das Kalenderjahr 2022 im Base bei 86,51 Euro/MWh und erreichte zum Ende der Woche einen neuen Höchststand bei 89,92 Euro/MWh.

Als Gründe für das neue Rekordhoch sind die festen Preise im CO2-Markt – welche aktuell stark durch eine hohe Kohleverstromung begünstigt werden – sowie die stark gestiegenen Preise am Gasmarkt hervorzuheben.

 

GAS:
Massiv aufwärts ging es auch für das unmittelbare Frontjahr 2022, welches am Freitag mit Notierungen über 34 Euro/MWh weiterhin mit festen Preisen aufwertete.
Hinzu kommt Unterstützung vom Erdgasförderunternehmen Gazprom, welches am Mittwoch ankündigte, dass sich seine Gasexporte nach Europa in diesem Jahr auf rund 183 Mrd. Kubikmeter belaufen werden – unabhängig ob Nord-Stream 2 noch in 2021 in Betrieb gehen werde oder nicht. Entgegen der bisherigen Markterwartung, dass sich die Angebotssituation durch Nord-Stream 2 verbessern würde, hatte die Meldung unterstützende Wirkung auf die Gaspreise. Hintergrund könnten mögliche Drosselungen über andere Routen nach Europa sein.

 

MARKTUMFELD

CO2
Am Freitag erreichte der CO2 Preis sein neues Rekordhoch von 61,32 Euro/Tonne. Mit dem Ende der Sommerpause dürfte wieder mehr Liquidität und damit eine höhere Nachfrage an den CO2-Markt einhergehen. Unterstützend wirkt sich zudem die weiterhin unterdurchschnittliche Erneuerbaren-Einspeisung sowie eine durch hohe Gaspreise begünstigte Attraktivität der Kohleverstromung auf das aktuelle Preisgefüge aus. Mit Überspringen der „magischen“ 60-Euro-Marke scheint das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht: 65 Euro/ Tonne und mehr scheinen im aktuellen Marktumfeld als durchaus realistisch.

KOHLE UND ERDÖL
So teuer wie lange nicht präsentiert sich der Kohlepreis – das ARA-Kohlefrontjahr 2022 startete in der KW 35 mit gut 112 Euro/Tonne fester und bewegte sich im weiteren Verlauf bis zum Top 118,48 Euro/Tonne. Das Wiederanziehen der globalen Konjunktur – vor allem im asiatischen Raum – treibt die Nachfrage nach oben. Preisstützend wirkte sich zudem der starke Rückgang der US-Rohölbestände aus.
Bedingt durch den Wirbelsturm fehlen dem Markt Schätzungen zur Folge ca. 1,7 Millionen Barrel Öl/Tag aus der Golf-Region. Das OPEC Treffen fand am Mittwoch statt, mit dem Ergebnis, dass der Ölhahn ab Oktober mit einer Erhöhung von 400.000 Barrel/Tag weiter aufgedreht wird, um der Erholung der globalen Weltwirtschaft nach dem Lockdown Rechnung zu tragen.

Allerdings ist eine monatliche Überprüfung der Strategie geplant, um potenziell kurzfristige Anpassungen an den Fördermengen vornehmen zu können -weitere Konsultationen sind für den 4. Oktober geplant.

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Die Notierungen für die einzelnen Kalenderjahre bewegen sich weiter auf hohem Niveau

31.08.2021

Zu Wochenbeginn überschritten die Kurse für das Frontjahr Base 2022 wieder die Marke von 81 €/MWh und nahmen Kurs auf die Marke von 85 €/MWh

Der Anstieg am Strommarkt geht mit dem Anstieg der Preise für die CO2-Emissionszertifikate einher, diese stiegen in der KW 34 um ca. 4 €/Tonne CO2 und lagen zum Wochenende bei 59,00 €/ Tonne CO2.

 

Erdgas:

Das unmittelbare Frontjahr 2022 befindet sich mit Notierungen über 33 €/MWh weiterhin auf Hochpreisniveau. Die Frontjahre 2024 und 2025 liegen aktuell (noch) unter der Marke von 20 €/MWh, so dass eine langfristige Absicherung überlegenswert erscheint.

Unterstützung erhalten die Preise nach wie vor von niedrigen Gasspeicherständen. Die Meldung vom Montag, dass dieses Jahr noch knapp 5,6 Millionen Kubikmeter Gas durch Nord-Stream 2 fließen sollen hatte keine nachhaltige, preismindernde Wirkung.

 

Marktumfeld

CO2

Im derzeitigen Preisgefüge ist die Verstromung aus Kohle deutlich attraktiver als Gas – was im Ergebnis die Nachfrage nach CO2 Zertifikaten weiter steigen lässt. 

Die Emissionszertifikate überschritten zu Wochenbeginn die Marke von 55€/Tonne CO2 und stiegen bis Ende der Woche auf ein Preisniveau von 59,00 €/Tonne CO2 an.

Marktanalysten gehen davon aus, dass es sich nicht mehr lange dauert bis die Marke von 60 €/Tonne CO2 überschritten wird – eine Trendwende zeichnet sich nicht ab.

 

Kohle und Erdöl

Die große Nachfrage am asiatischen Markt sorgt weiterhin für sehr stabile und hohe Kohlepreise. Insbesondere China und Indien importieren derzeit viel vom Weltmarkt, da die eigenen Ressourcen derzeit nicht ausreichend sind. Rund 600 neue Kohlekraftwerke sind in Planung. Die neuen Kohlekapazitäten in den Staaten China, Indien, Indonesien, Japan und Vietnam sollen eine gemeinsame Leistung von mehr als 300.000 MW haben – der Hunger nach Kohle wird auch zukünftig wohl nicht geringer ausfallen.

 

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