Die Aufwärtsbewegung der Großhandelspreise für Strom an der EEX hat sich weiter verschärft

26.05.2021

Das unmittelbare Frontjahr 2021 stieg

Von Mitte April bis Mitte Mai stieg das unmittelbare Frontjahr 2021 um über 12 €/MWh und erreichte am 14.05.2021 seinen (vorläufigen) Höhepunkt mit 68,64 €/MWh.

Auch vor den weiter in der Zukunft liegenden Lieferjahren hat diese Entwicklung nicht Halt gemacht:

Die Lieferjahre 2023 und 2024 stiegen im gleichen Zeitraum um rund 9 €/MWh und befinden sich aktuell ebenfalls auf einem (vorläufigen) Rekordpreishoch.

Wie auch in den vorangegangenen Wochen ist der Anstieg des Börsenstrompreises auf die weitere Verteuerung der CO2-Emissionszertifikate zurückzuführen.

So überschritt der Preis für eine Tonne Verschmutzungsrecht Anfang Mai erstmals die Marke von 50 €/Tonne CO2.

Experten berichten aktuell von einer sehr hohen Marktnachfrage, zudem decken sich die Markteilnehmer, in Erwartung eines weiteren Preisanstiegs, langfristig mit Emissionszertifikaten ein.

Zusätzlich gibt es am Markt aktuell kaum Verkaufspositionen von Emissionszertifikaten und am Markt umtriebige Spekulanten belasten die Preise zusätzlich.

Analysten schätzen den Markt aktuell so ein, dass ca. 6% der im Umlauf befindlichen CO2-Zertifikate rein spekulativ gehaltene Positionen sind.

Des Weiteren gehen Analysten auch davon aus, dass im Verlauf des Jahres der CO2-Preis sogar die Schwelle von 100 € überschreiten kann, was eine Erholung des Marktes ausschließt.

Die verschärften EU-Klimaziele zeigen somit in den jüngsten Entwicklungen Ihre erste Wirksamkeit.

Ob bei einem weiteren Preisanstieg, welcher energieintensive Unternehmen noch stärker in die Bredouille bringen kann, ein politischer Markteingriff erfolgt, ist derzeit noch fraglich.

Analog zum Strom haben sich auch am Gasmarkt die Preise in den letzten Wochen sehr stark nach oben bewegt.

Die Entwicklungen am CO2-Markt haben den Gasmarkt nicht verschont, zusätzlich wird der Markt durch die aktuell kühlen Temperaturen belastet.

In der Folge überschritt das unmittelbare Frontjahr 2022 die Marke von 20 €/MWh - der höchste Preisstand seit fast zwei Jahren.

Auch die darauffolgenden Lieferjahre haben sich nach oben bewegt, wenn auch nicht so drastisch.

Insbesondere die Lieferjahre 2024 und 2025 werden aktuell zwischen 3-4 €/MWh niedriger gehandelt, was eine langfristige Preissicherung interessant macht.

Photo by Raimond Klavins on Unsplash

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