EUROPÄISCHER EMISSIONSHANDEL

06.07.2020

Anreizschaffung zur Vermeidung und Reduzierung von Treibhausgasen in unserer Umwelt –unter diesem Aspekt wurde im Jahr 2005 als Ergebnis aus dem Kyoto-Protokoll der Handel mit Emissionszertifikaten auf EU-Ebene eingefu?hrt.

Funktionsweise des europäischen Emissionshandels

Die Pflicht zur Teilnahme am Emissionshandel besteht fu?r Unternehmen aus energieintensiven Branchen (z.B. Stahlwerke, Raffinerien, Zementwerke), der Energieerzeugung und der Luftfahrt. Durch die EU wird geregelt, welche Mengen an Treibhausgasen die emissionshandelspflichtige Anlagen in einem definierten Zeitraum ausstoßen du?rfen, ohne zu regeln, wer wie viel emittiert.

Dabei erfolgt der Handel anlagenbasiert. Derzeit sind in Europa ca. 11.000 Anlagen und Fabriken verpflichtet am Emissionshandel teilzunehmen. Fu?r jede Tonne CO2, die von den Anlagen und Fabriken ausgestoßen werden, benötigen die Teilnehmer ein Verschmutzungsrecht (CO2-Zertifikat). Zudem ist ein Handel zwischen Teilnehmern des europäischen Emissionshandels möglich. Die Teilnehmer können ihre Zertifikate an andere Markteilnehmer veräußern, wenn sie diese nicht benötigen. Somit wird ein Anreiz geschaffen, auf CO2-arme Technologien zu setzen. Der Handel mit den Verschmutzungsrechten findet in Perioden statt. Während jeder dieser Perioden erfolgt eine sukzessive Reduktion der verfu?gbaren CO2-Zertifikate.

Folgen fu?r die Energiewirtschaft

Die ersten Handelsperioden waren davon geprägt, dass die Zertifikate größtenteils kostenfreivon den Staaten an die Teilnehmer herausgegeben wurden. Zudem war die Menge der sich im Markt befindlichen Zertifikate größer als tatsächlich benötigt. Daraus resultierend fiel der Preis fu?r eine Tonne CO2 schon kurz nach Handelsstart auf ein Preisniveau von 3€/Tonne CO2und war bis März 2018 konstant unter der Marke von 10€/Tonne CO2.

Fu?r die Kraftwerksbetreiber in Deutschland bestand somit wenig Anreiz CO2 einzusparen, denn die konstant gu?nstigen Preise bei den Zertifikaten wirkten sich kaum auf die Stromgestehungskosten aus.

Erst ab 2018 kam es zu einem Preisanstieg fu?r die CO2-Handelszertifikate. Der politische Wille zur Klimazielerreichung und die Löschung u?berschu?ssiger, nicht benötigter Zertifikate sorgten fu?r einen starken Preisanstieg, infolgedessen zogen auch die Strompreise kräftig an.

Die vierte Handelsperiode (2021 – 2030)

Ab 2021 beginnt die neue Handelsperiode. Diese ist dadurch gekennzeichnet, dass die jährliche Menge an verfu?gbaren CO2-Zertifikaten stärker linear gesenkt wird als bisher (2,2% statt 1,74%).

Die steigende Verknappung der CO2-Zertifikate bietet somit ein weiteres Potential fu?r eine Verteuerung der Verschmutzungsrechte und damit auch fu?r einen weiteren Preisanstieg am Strommarkt.

Zurück